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Renato Mordo: jüdisch, griechisch, deutsch zugleich. Ein Künstlerleben im Zeitalter der Extreme

VERLÄNGERT BIS 28. JULI 2021 !!!

Die Ausstellung präsentiert das Werk und den von den politischen Verwerfungen des 20.Jahrhunderts vielfach überschatteten Lebenslauf des einer jüdischen Familie entstammenden Theaterregisseurs und Schriftstellers Renato Mordo. Er war 1952 bis 1955 Direktor der Oper in Mainz.

Die Biographie des in Wien geborenen und bis 1932 hauptsächlich in Deutschland tätigen Künstlers, sein Ausweichen vor den Nazis nach Prag, seine Flucht nach Griechenland und sein herausragendes Engagement für die Gründung und Entwicklung der Staatsoper in Athen sowie seine KZ-Haft in Chaidari sind heute nahezu völlig unbekannt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Renato Mordos äußert aussagekräftiger, in Privatbesitz befindlicher Nachlass bis vor Kurzem nur sehr schwer zugänglich war. Die 2018/19 erstmals erfolgte Sichtung und Erschließung der Dokumente schuf hier eine grundlegend neue Situation.

Schirmherr der Ausstellung ist Hendrik Hering, Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz.

Der Fokus der Ausstellung liegt insbesondere auf den Folgen der deutschen Besatzung und des Zweiten Weltkrieges für Griechenland im Allgemeinen und exemplarisch für die Persönlichkeit von Renato Mordo. Dem Emigrantenschicksal dieses europäisch und humanistisch geprägten Kulturschaffenden mit jüdischen, griechischen und österreichisch-deutschen Wurzeln kommt hier paradigmatische Bedeutung zu. Neben Mordos Jahren in Athen werden aber auch der griechische Hintergrund seiner Familie väterlicherseits, sein Wirken als Regisseur u.a. in Darmstadt, Worms, Prag und vor allem in Mainz sowie sein Engagement als Kulturmittler zwischen Deutschland und Griechenland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vorgestellt. So wird ein differenziertes Porträt dieser vielseitigen zeitgeschichtlichen Persönlichkeit im Spannungsfeld von Kunst und Politik entfaltet.

Wir bedauern, dass wegen der Pandemie erfolgten Schließung der Gedenkstätte die Ausstellung zu Renato Mordo derzeit nicht besucht werden kann. Die Ausstellung wird verlängert bis 28. Juli 2021 in der Hoffnung, sie baldmöglichst wieder zugänglich machen zu können. Gerne verweisen wir auf die hier auf der Seite verlinkten Filme zur Ausstellung. Ein Vortrag zu Renato Mordo ist für den 29. April um 19 Uhr und eine Szenische Lesung aus Mordos Theaterstück Chaidari ist für den 16. Mai um 11 Uhr in der Gedenkstätte vorgesehen. Nähere Angaben dazu erfolgen Ende März auf dieser Website.

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