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RLP

Günther Klingsporn

Klingsporn wurde 1903 in Berlin geboren. Seit 1928 lebte er in Osthofen und trat dort im Jahre 1929 der NSDAP und der SS bei. 1924 bis 1926 hatte er der KPD angehört. Seit November 1929 war der gelernte Mechaniker arbeitslos. Klingsporn, bei seinen politischen Gegnern als sehr „brutaler SS-Mann“ bekannt, war nach eigenen Bekundungen vor 1933 an den gegen die örtlichen Sozialdemokraten gerichteten Ausschreitungen der Nazis aktiv beteiligt. 1933 war er Wachmann in Osthofen. Zeugen erkannten in ihm einen Angehörigen des „Einpeitscherkommandos“, das im Lager II Juden und besonders gehasste politische Gegner misshandelte. Er selbst stritt das in seinem Spruchkammerverfahren 1949 jedoch ab; es konnte ihm auch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. 1940 wurde er zur Waffen-SS eingezogen und gehörte bis April 1941 der Wachmannschaft des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert an. Als Mitglied der Waffen-SS nahm er, zuletzt im Range eines Hauptscharführers, am Zweiten Weltkrieg teil. Im Mai 1945 geriet er in Österreich in amerikanische Kriegsgefangenschaft und war anschließend bis Oktober 1948 interniert.

Wilhelm Tempel

Der Hilfsarbeiter Tempel wurde 1908 in Duisburg geboren. 1931 trat er der NSDAP und 1932 der SS bei. 1933 und 1934 gehörte er zum Wachkommando des KZ Osthofen. Nach der Auflösung dieses Kommandos war er zunächst „unversorgt“, wurde dann aber im Staatspolizeiamt Darmstadt beschäftigt. Von Mai 1940 bis April 1942 gehörte er als Schütze zur Kommandantur des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert. Von dort erfolgte seine Versetzung zum KZ Arbeitsdorf, einem formal eigenständigen Konzentrationslager, das aber zum Lagerkomplex Neuengamme gehörte.

Ernst Ludwig Knobloch

Ernst Ludwig Knobloch
Ernst Ludwig Knobloch

Ebenso wie Klingsporn war der 1908 in Osthofen geborene Knobloch an den örtlichen politischen Auseinandersetzungen beteiligt. 1932 erlitt er bei einer Straßenschlacht eine Kopfverletzung, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte. Von März 1933 bis März 1934 war er Wachmann in Osthofen. Als Mitglied der SS-Totenkopfverbände gehörte er später zur Wachmannschaft in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Auschwitz, Flossenbürg, Hinzert, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Nach Besuch eines Hundeführer-Lehrgangs im Frühjahr 1943 wurde er als Hundeführer eingesetzt. Das französische „Tribunal General“ ermittelte 1948 gegen ihn wegen in Hinzert begangener Straftaten. Das Verfahren endete mit seinem Freispruch. 1965 wurde wiederum gegen ihn wegen Mordes, begangen während des Todesmarsches aus dem Nebenlager Klein-Bodungen nach Bergen-Belsen, ermittelt. Bislang konnte der Ausgang des Verfahrens aber nicht geklärt werden. Die Spruchkammer in Mainz kam 1949 zu dem Ergebnis, „dass er als Minderbelasteter in die Gruppe III eingestuft wird, weil keine irgendwelche Vorwürfe gegen den Betroffenen erhoben wurden, sodass unbedenklich angenommen werden kann, dass er sich während der Nazizeit einwandfrei verhalten hat“. Knobloch starb am 6. April 1973 in Osthofen.

Hans Winter

Hans Winter, Foto Bundesarchiv
Hans Winter, Foto Bundesarchiv

Der 1908 in Osthofen geborene Weinhändler trat bereits am 1. Juni 1926 der NSDAP in Osthofen bei und im Jahre 1933 der SS. Laut Aussage des Osthofener NSDAP-Ortsgruppenleiters Ernst Weber war er ein Spitzel des Gauleiters Jakob Sprenger. Winter trat am 15. März 1940 in das Wachkommando Hinzert ein. Im gleichen Jahr wurde er zum Unterscharführer und ein halbes Jahr später zum Scharführer befördert. Der Luxemburger Häftling Albert Magonette gab bei der Zeugenvernehmung einer Untersuchungskommission zu Verbrechen im Lager Hinzert zu Protokoll, dass er von Winter, dem „Haupterzieher“ in Hinzert, geschlagen worden sei. Auch im Prozess vor dem Landgericht Mannheim im April 1950 gegen die Angeklagten Josef Brendel und Georg Schaaf wurde Winter schwer belastet. Es ist bislang nicht bekannt, ob gegen Winter jemals Anklage erhoben wurde. Winter starb am 20.10.1989 in Worms.

„Im Jahr 1942 schlug der Angeklagte Schaaf sowie der SS-Mann Winter auf einer Arbeitsstelle außerhalb des Lagers solange mit einem Stock auf den Luxemburger August Felix ein, bis er bewusstlos zusammenbrach.“

Jean-Pierre Wickeler, geb. am 3. 4. 1923 in Niederwiltz; vereidigte Aussage vom 7.2.1945