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Ausbau

"Hier (in der Gedenkstätte KZ Osthofen) sollen Aufgaben und Funktionsweisen der ersten Konzentrationslager in der sich manifestierenden NS-Diktatur erforscht und dargestellte werden. Die Entwicklung und Durchsetzung der NS-Herrschaft kann am Beispiel dieses Lagers besonders gut vermittelt werden." (Gedenkstättenkonzeption Rheinland-Pfalz, 1992)

Ausbau der Gedenkstätte KZ Osthofen

Sondersitzung des rehinland-pfälzischen Landtages zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 1998 in der Gedenkstätte KZ Osthofen (Foto: Erika Sulzer-Kleinemeier, Gleisweiler)

Zunächst ging es in Osthofen darum, die marode Bausubstanz, vor allem der einge­schossigen Halle zu sanieren und damit der sogenannten Bausicherungspflicht zu ge­nügen. Dies geschah in den Jahren 1993 und 1994. Bis 1995 stand mit Ausnahme eines vom Förderverein Projekt Osthofen e.V. gemieteten Raumes, in dem maximal zwanzig Personen not­dürftig Platz finden konnten, kein Raum zur Verfügung, in dem Bildungsarbeit hätte geleistet werden können. Mit Sondermitteln des Landes wurde 1995 mit den Ausbauarbeiten begonnen und so stand ab November 1995 ein 145 Quadratmeter großer Raum für eine Ausstellung zur Verfügung. Außerdem wurde ein Archivraum fertig gestellt und eine neue Heizungsanlage für das Hauptgebäude installiert.

Nach drei Jahren intensiver Vorbereitungszeit konnte die Ausstellung "Rheinland-Pfalz: Die Zeit des Nationalsozialismus in unserem Land" am 19. November 1996 im NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz/Gedenkstätte Osthofen eröffnet werden. Damit wurde die Gedenkstätte mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Im Jahr 1998 wurde der Ausbau des NS-Dokumentationszentrums Rheinland-Pfalz/Gedenkstätte KZ Osthofen durch umfangreiche Baumaßnahmen fortgesetzt. Ein neuer Besprechungsraum mit moderner technischer Ausstattung wurde eingerichtet. Außerdem entstanden ein Tagungs- und Seminarraum. Diese beiden neu gestalteten Bereiche konnten im Januar 1999 bezogen und genutzt werden. Der große, an den Ausstellungsraum im Erdgeschoß angrenzende Raum wurde mit einer Fußbodenheizung versehen und konnte ebenfalls ab Januar 1999 als multifunktionaler Raum für Ausstellungen, Konzerte, Vorträge und ähnliche Veran­staltungen genutzt werden. Um Besucherinnen und Besuchern einen besseren Überblick über besonders markante Orte im ehemaligen Lagergelände zu verschaffen, wurden Informationssteine in deutscher und englischer Sprache auf dem Gelände aufgestellt. Auch die pädagogische Arbeit wurde ausgebaut: Seit Januar 1997 hatte ein aus dem Schuldienst an die Landeszentrale für politische Bildung abgeordneter Pädagoge seinen Sitz in der Gedenkstätte und übernahm die Aufgabe, pädagogische Konzepte für die Nut­zung der Gedenkstätte „Ehemaliges KZ Osthofen“ zu entwickeln. Außerdem führt er in Kooperation mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.V. die Besucherbetreuung in der Gedenkstätte durch und stand vor allem Multiplikatoren, insbesondere Lehrerinnen und Lehrern, für die Vor- und Nachberei­tung von Besuchen mit Gruppen zu Verfügung.

Nach einer dritten, umfangreichen Ausbauphase, haben seit 2002 das Referat „Gedenkarbeit” und das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz der Landeszentrale für politische Bildung ihren Sitz in der Gedenkstätte. Mit der Eröffnung der Dauerausstellung „Verfolgung und Widerstand in Rheinland-Pfalz 1933-1945“ im Mai 2004 war auch der Ausbau des Hauptgebäudes der Gedenkstätte KZ Osthofen beendet.