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Vorgeschichte

Das Gebäude am Ziegelhüttenweg in Osthofen wurde ursprünglich als Papierfabrik errichtet. Nach Schließung des Konzentrationslagers wurde es ab 1936 als Möbelfabrik genutzt. Nach Schließung der Möbelfabrik wurde das Gebäude nur noch wenig unterhalten und als Lagerraum genutzt.

Nutzung als Fabrikgebäude

1872 baute Gustav Rumpel am Ziegelhüttenweg in Osthofen eine „Papier- und Pappdeckelfabrik“. Spätestens ab 1893 gehörte das Gebäude zunächst als „Papier-Manufactur Mannheim“, später als „Papierfabrik Osthofen“, Joseph Kahn. Dieser baute das Gebäude immer weiter aus und ergänzte es 1908 um eine eingeschossige zweite Halle. 1911 wurde die Firma zur GmbH. Vertretungsberechtigter Teilhaber war der jüdische Fabrikant Karl Joehlinger aus Osthofen. 1925 wurde aus der GmbH die „Papierfabrik Osthofen Aktiengesellschaft“. Diese wurde Anfang der dreißiger Jahre stillgelegt.

Nach der Schließung des Konzentrationslagers Osthofen im Sommer 1934 stand das Gebäude wieder leer, ehe im Wege der Zwangsversteigerung  im Oktober 1936 die Eheleute Bühner das Gelände der ehemaligen Papierfabrik erwarben, um dorthin ihre bereits bestehende Möbelfabrik umzusiedeln und sich somit zu vergrößern. Die Möbelfabrik „Hildebrand & Bühner G.m.b.H” befaßte sich mit der serienmäßigen Herstellung von Wohnzimmerschränken und belieferte Möbelgeschäfte im In- und Ausland. Von 1942 – 1945 waren dort auch Zwangsarbeiter beschäftigt, von denen sechzehn aus Polen, Frankreich und Belgien namentlich bekannt sind. 1976 ging die Firma in Konkurs, das Gelände und die Gebäude wurden vermietet und u.a. von einer Plastik-Recyclingfirma und als Weinlager genutzt. Die Bausubstanz verfiel immer mehr.