• DE
  • EN
RLP

Gedenkstätte des Landes Rheinland-Pfalz

„Die Pflege von Gedenkstätten, wie die Konzentrationslager Osthofen und Hinzert, muß Bestandteil der Aufarbeitung unserer Vergangenheit bleiben. [...] Die Landeszentrale für politische Bildung soll im Hinblick auf die rheinland-pfälzische Geschichte besondere Aufklärungsarbeit über die NS-Zeit leisten.“ (aus der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und FDP Rheinland-Pfalz 1991)

Gedenkstättenarbeit des Landes Rheinland-Pfalz

Eine punktuelle Gedenkstättenarbeit des Landes Rheinland-Pfalz gab es zwar nach der Aktenlage seit 1948, konzentrierte sich bis 1988/89 hauptsächlich auf die Durchführung von Gedenkfeiern am Friedhof der Gedenkstätte des ehemaligen SS-Sonderla­gers/KZ Hinzert bei Hermeskeil, und beschränkte sich in der Regel auf die finanzielle Unterstützung von Privat­initiativen. Nachdem die erste Projektfinanzierung für das ehemalige KZ Osthofen im Doppelhaushalt 1988/89 vom Landtag beschlossen worden war, forderte die Fraktion der SPD 1988 die Regierung des Landes Rheinland-Pfalz erstmalig auf, ein Konzept zur Errichtung einer Gedenk- und Begegnungsstätte auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Osthofen vorzulegen. Die rheinland-pfälzische SPD sah in Osthofen für die politische Bildungsarbeit einen wichtigen Eckpfeiler und setzte sich für den Ausbau als Lern- und Begegnungsort ein.

Nach der Landtagswahl 1991 wurde in der Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und FDP vom 18. Mai 1991 Gedenkstättenarbeit als Aufgabe des Landes Rheinland-Pfalz festge­schrieben: „Die Pflege von Gedenkstätten, wie die Konzentrationslager Osthofen und Hinzert, muß Bestandteil der Aufarbeitung unserer Vergangenheit bleiben. [...] Die Landeszentrale für politische Bildung soll im Hinblick auf die rheinland-pfälzische Geschichte besondere Aufklärungsarbeit über die NS-Zeit leisten.“

Mit dem Kauf des Gebäudes in Osthofen im Mai 1991 waren auch die räumlichen Gegebenheiten zur Errichtung einer landesweiten Gedenkstätte geschaffen worden. Daraufhin beauftragte die Landesregierung Rheinland-Pfalz im August 1991 die Lan­deszentrale für politische Bildung, eine Konzeption der Gedenkstättenarbeit für das ganze Bundesland mit den eindeutigen Schwerpunkten bei den ehemaligen Konzen­trationslagern Osthofen und Hinzert zu erarbeiten. Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz wurde damit zur verant­wortlichen Behörde für die Gedenkstättenarbeit.

Zustand des Geländes des ehemaligen Konzentrationslagers Osthofen beim Ankauf durch das Land Rheinland-Pfalz 1991 (Fotos: Reiner Wierick, Mainz)