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Didaktisch-methodische Hinweise

"Gedenkstätten haben weder die Fuktion, lediglich historische Daten mitzuteilen (...) noch einen geschichtspolitischen Konsens möglichst überzeugend zu verbreiten, oder als kritische Mahner aufzutreten (...). Vielmehr sollen sie die Besucher vor allem zu einer eigenen Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen und dabei unterstützen." (W. Kaiser, Verunsichernde Orte (2010), S. 19)

Didaktisch-methodische Hinweise für den Gedenkstättenbesuch

Das Angebot an geführten Rundgängen durch die Dauerausstellung und das Außengelände richtet sich grundsätzlich an alle Schultypen und Alterstufen, auch dann, wenn das Thema „Nationalsozialismus“ im Unterricht noch nicht oder nur teilweise behandelt worden ist.

Die Gedenkstätten wollen und können keinen Geschichtsunterricht in der Schule ersetzen. Ziel ist es viel mehr bereits vorhandenes Wissen zu erweitern und zu vertiefen und die Jugendlichen für das in der NS-Zeit begangene Unrecht zu sensibilisieren. Die Konzeption der Gedenkstätte(n) und die Dauerausstellung(en) werden den Jugendlichen nicht so begegnen, wie sie es aus Filmen und Dokumentationen gewohnt sind, daher kommt der Vor- und Nachbereitung des Gedenkstättenbesuches eine wichtige Bedeutung zu. Didaktischer Schwerpunkt der Führung ist das Schicksal und Leiden der Häftlinge. Mittels Zeitzeugenberichten, biographischen und autobiographischen Ansätzen werden für die Schülerinnen und Schüler persönliche Identifikationsmöglichkeiten geschaffen und die Opfer aus der Anonymität geholt, sodass es den Jugendlichen meist leichter fällt Empathie zu entwickeln. Aber auch die Perspektive der Täter oder Zuschauerinnen und Zuschauer wird berücksichtigt (Multiperspektivität). Auf keinen Fall sollen die Jugendlichen durch das von uns ausgewählte Material inhaltlich oder emotional überfordert werden.

Die Gedenkstätten bieten vielfältige Möglichkeiten handlungsorientierten Lernens: Fragerunden, Erkundungs- und Gruppenarbeiten, Beobachtungen, die bei den Rundgängen gemacht werden, Diskussionen, Präsentationen, eigens im Sinne des erweiterten Lernbegriffes konzipierte Arbeitsblätter, Recherchemöglichkeiten, der Einsatz moderner Medien und der Rundgang durch die Außenanlagen schaffen ganzheitliche Zugangsmöglichkeiten für die Jugendlichen und sollen die Nachhaltigkeit des Besuches fördern helfen. Bei der Auswahl geeigneter Methoden versuchen die Gedenkstätten stets die unterschiedlichen Kompetenzen und Interessen der Gruppen zu berücksichtigen.

Der Gedenkstättenbesuch bietet auch vielfältige Möglichkeiten fächerübergreifenden Lernens. So können künstlerische Projekte dabei helfen, Empfindungen und Gefühle, die mit dem Besuch verknüpft werden, auch non-verbal auszudrücken.

Die Gedenkstätten sind stets bemüht Schülerarbeiten (Referate, Facharbeiten, BLL,…) und sonstige Forschungsprojekte sowie Projekttage(-wochen) zu fördern und zu unterstützen. Auch Referendarinnen und Referendare oder Studierende können die Archive für Seminar – und Hausarbeiten nutzen.